Biographie

 

1943portrait

geboren am 7. Juli in Berlin

 

1957 - 1960

Ausbildung in den Zentralen Graphischen Lehrwerkstätten in Berlin-Mitte als Chemiegraf. Erste Radierungen

 

1958

Selbstbildnis und frühe Ölbilder

 

1960

Aktzeichnen in Pankow im Kulturhaus Erich Weinert

 

1961 - 1966

Studium als Bühnenbildner bei Prof. Karl v. Appen am Berliner Ensemble und an der Humboldt-Universität Berlin.

 

1965

Heirat mit Christina Kalthoff.

In der Ausstellung von Delacroix bis Picasso in der Nationalgalerie Ost-Berlin sieht Brosch Originale der westeuropäischen Moderne.

 

1967

Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR, Sektion Maler/Grafiker. Freischaffend als Maler tätig. Wohnatelier in Berlin-Pankow.

Großformatige Akt- und Figurenbilder. Geburt des Sohnes Marcus.

Bühnenbild und Kostüme für Brechts Mann ist Mann am Berliner Ensemble.

 

1969

Beteiligung mit einem Radierzyklus zu Büchners Lenz an der Ausstellung Druckgraphische Zyklen zur Weltliteratur im Alten Museum in Ost-Berlin, die kurz nach der Eröffnung geschlossen wird.

 

1970

Fernsehbilder und Bilder mit Pop-Art-Motiven. Erste Begegnung mit dem Kunsthistoriker Klaus Werner in Berlin.

 

1971

Volker Künstler ermöglicht einen Arbeitstaufenthalt in der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, bei dem eine Reihe von Lithografien enstehen.

 

1971/72

Klaus Werner sucht in Broschs Berliner Atelier Bilder für die Galerie Arkade aus.

 

1973

Werner Schmidt besucht Brosch in seinem Atelier und wählt Papierarbeiten als Ankäufe für das Dresdner Kupferstich-Kabinett aus, darunter einige der in Leipzig entstandenen Lithografien.

 

ab 1974

Atelier in Berlin-Prenzlauer Berg, Greifenhagener Straße. Versuche mit Materialien in Form von Assemblagen und Objekten.

Ausstellungsbeteiligung in der EP-Galerie von Jürgen Schweinebraden in Berlin.

 

1975

Teilnahme an einer Hommage a Robert Filiou in der EP-Galerie mit einer bemalten Schranktür und einem Flugobjekt (zerstörter Regenschirm). Bühnenbild und Kostüme zu Kleists Prinz Friedrich von Homburg und Der zerbrochene Krug unter der Regie von Adolf Dresen am Deutschen Theater Berlin.

Einladung zum IX. Biennale Junger Kunst in Paris als Beitrag der DDR. Die Beteiligung an der Ausstellung kommt gegen den Widerstand der Leitung des Verbandes Bildender Künstler zustande.

Auf der Biennale findet die Präsentation seiner Arbeiten in Abwesenheit von Brosch großen Anklang und wird kontrovers diskutiert.

 

1976

Erste Einzelausstellung bei der Galerie Karsten Greve in Köln. Gezeigt werden großformatige weiß-graue Leinwände und Bemalungen von Pappen, die noch als Verpackungsmaterial erkennbar sind. Den Katalogtext schreibt Heiner Bastian.

Ankäufe mehrerer Papierarbeiten durch das Kupferstichkabinett in Ost-Berlin.

 

1977-1979

Lebt in Ost-Berlin, hat in der DDR jedoch keine offiziellen Ausstellungsmöglichkeiten. In Westdeutschland folgen weitere Galerieausstellungen.

 

1977

Bühnenbild und Kostüme zu Kleists Michael Kohlhaas in einer Bearbeitung von Adolf Dresen im Deutschen Theater Berlin. Im selben Jahr entstehen Leinwandbilder wie Schloss II, Brandschatz oder Ruine. Zweite Ausstellung bei Karsten Greve in Köln, erneut mit einem Katalogtext von Heiner Bastian.

Längerer Arbeitsaufenthalt in Basel, wo er Bühnenbild und Kostüme zu Ernst Barlachs Der arme Vetter (Regie: Adolf Dresen) realisiert.

 

1978

Serie von sechs großen Gouachen auf Papier unter dem Titel Aeroplane. Diptychon Airport. Ausstellungen in der Malmöer Galerie Nordenhake und bei Meyer-Ellinger in Frankfurt am Main.

 

1979

Im August unternimmt Brosch eine Studienreise nach Paris. Er bewundert Monets Nymphéas und Rodins Skulpturen im Musée d'Orsay. Im Anschluss an diese Reise kehrt er nicht mehr in die DDR zurück. Seit September 1979 Wohnatelier im West-Berliner Bezirk Wilmersdorf. Eine für den Herbst geplante Ausstellung Broschs im Leonhardi-Museum Dresden wird abgesagt.

 

1979-1980

In West-Berlin entstehen die Papierarbeiten-Serie Kampfsport und die Gouache Fuchsbau (Bunker), die eine stilistische Zäsur in Broschs Werken einleiten. Ein wesentlicher Teil des von Brosch in Ost-Berlin zurückgelassenen Frühwerks wird im Herbst 1979 durch Klaus Werner, Volker Küster, Regine Reginek und Joachim Oppermann gerettet.

Werner Schmidt sichert einige der zurückgelassenen frühen Papierarbeiten für das Kupferstich-Kabinett Dresden.

 

1980

erscheint in der Kunstzeitschrift art ein Feature über Brosch in West-Berlin und hebt die Andersheit seiner Malerei gegenüber dem, "was als DDR-Kunst hierzulande bekannt ist", hervor.

 

1981

Im Rahmen einer Accrochage in der West-Berliner Galerie Georg Nothelfer stellt Brosch die großformatige Malerei Nil aus, die eine neue gestische Werkphase einleitet.

 

1982

Erste Einzalausstellung in der Galerie Georg Nothelfer. Für den Katalog schreibt Wolfgang Max Faust einen Text und beschreibt Broschs Arbeiten als "Reflex auf die momentane Situation der Malerei". Großformatiges Tryptichon Gestalten von Kap Arkona.

 

1983

Teilnahme an der Gruppenausstellung Dimension IV - Neue Malerei in Deutschland in der Neuen Nationalgalerie Berlin, im Haus der Kunst München und in der Städtischen Kunsthalle Düsseldorf.

Serie von teils großformatigen Leinwänden unter dem Titel Barrikade sowie weitere großformatige Hauptwerke wie Großes Mahl oder Anatomie und Papierarbeiten wie Sonnensegel.

 

1984

Einmonatiger Sommeraufenthalt in New York, Besuche der großen Museen.

 

1985

Figur am Rande eines Kreises sowie weitere großformatige Arbeiten mit nun stärkerer Betonung figürlicher Elemente. Ankauf mehrerer Arbeiten durch die Sammlung der Deutschen Bank.

 

1986

Zweite Einzelausstellung in der Galerie Georg Nothelfer.

Pique König.

Besucherkontakte mit Klaus Werner in der DDR. Klaus Werner besucht auch Broschs West-Berliner Atelier.

 

1987

Ankauf der großformatigen Malerei Zwei Figuren (1983) durch die Berlinische Galerie unter Eberhard Roters. Ausstellung in der Galerie Asbaek in Kopenhagen. Großformatige Jahreszeitenbilder.

 

1988

Teilnahme an der von Klaus Werner organisierten Ausstellung Out of Order mit frühen Arbeiten in der Ost-Berliner Selbsthilfegalerie Rot-Grün von Erhard Monden. Schrittweise Auflösung von Figuren in der großformatigen Harlekin-Serie.

 

1989

Den Mauerfall erlebt Brosch in West-Berlin. Intensiver Austausch mit Paul Gräb. Pfarrer der Diakonie in Bad Säckingen/Bodensee, über Kunstfragen. Das Fest I-III.

 

1990

Serie von kleinen Leinwänden unter dem Titel Berlin kaputt.

 

1991-1992

Ausstellungsbeteiligung Arbeiten auf Papier 1945-1975 im Kölnischen Kunstverein. Donation von Papierarbeiten an das Busch-Reisinger Museum der Harvard University. Mehrere größere, "halbfigürliche" Gemälde unter dem Titel Straße.

 

1993

Anmietung eines Ateliers im Ost-Berliner Bezirk Prenzlauer Berg. Brosch wohnt weiterhin in West-Berlin.

 

1994

Ankauf einer Arbeit von 1973 durch den Förderkreis der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig und einer Arbeit von 1974 mit Unterstützung von Renate Küchler für die Sammlung der GfZK. Ein weiteres Werk von 1973 schenkt der Künstler dem Förderkreis der GfZK mit der Widmung "Für KW. anlässlich einer 'Rettung'."

 

1995

Erstmalige Ausstellung von Bildern Broschs im Ost-Berliner Bezirk Pankow von Bildern die in den siebziger Jahren dort entstanden sind (Galerie Joachim Pohl).

 

1997

Zweiteilige Einzelausstellung mit Arbeiten bis 1995 in der Galerie im Künstlerhof Buch der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Künste und Arbeiten von 1996 und 1997 in der Galerie im Turm in Berlin. Katalog mit einem Text von Fritz Jacobi. Versuche, in der Landschaft zu malen.

 

1998

Arbeitsaufenthalt im niederrheinischen Weeze/Kalbeck im Haus des Ehepaars Küster. Ölmalerei in der Landschaft (Kalbeck-Serie und andere).

 

1999

Arbeitsaufenthalt in Lüchfeld bei Neuruppin im Haus des Arztes Dr. Joachim Winter und seiner Familie. Malen im Freien. Najaden.

 

2001

Klaus Werner eröffnet eine Ausstellung Broschs im Heck-Art-Haus in Chemnitz mit einer spontan gehaltenen Rede über den Ost-West-Weg von Hans Brosch.

 

2003

Beginn der Arbeit im Scheunenatelier Steinbeck

 

2006

Ausstellung in Alt-Langsow

Text und Rede: Matthias Flügge

 

2007

Galerie Berlin

 

2010

Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig

Retrospektive

 

2011

Galerie Pankow

Galerie Berlin

 

2013

Galerie Bernau